Der erste Besuch beim Frauenarzt beginnt meist mit einem Gespräch, und eine Untersuchung auf dem Stuhl ist längst nicht immer nötig, wenn dich nichts beunruhigt. Vor dem ersten Termin nervös zu sein ist normal. Sag das dem Arzt ganz offen: Dann kann er dir leichter helfen, dich zu entspannen.

Was passiert im Behandlungszimmer?

Der Arzt fragt nach deiner Periode, deinem Befinden, Medikamenten und Krankheiten in der Familie. Manche Fragen klingen persönlich, zum Beispiel die zum Sex: Die bekommt jede gestellt, damit klar wird, welche Hilfe du brauchst. Meist werden noch Größe, Gewicht und Blutdruck gemessen.

Manchmal schaut sich der Arzt die äußeren Geschlechtsorgane an und gibt dir vielleicht einen kleinen Spiegel, damit du auch hinschauen kannst. Eine Untersuchung von innen mit Spekulum macht man meist, wenn dich etwas beunruhigt: Schmerzen, ungewöhnliche Blutungen, Juckreiz oder Ausfluss. Sie dauert ein paar Minuten.

Einen Abstrich zur Krebsvorsorge am Gebärmutterhals macht man bei Teenagern meist nicht. Tests auf Infektionen laufen, wenn du schon Sex hattest, oft einfach über eine Urinprobe.

Worum kann ich bitten?

Du kannst mit deiner Mama, einer Freundin oder einer anderen vertrauten Person kommen und sie bitten, für einen Teil des Termins hinauszugehen. Du kannst dir einen Arzt aussuchen, bei dem du dich wohler fühlst, auch eine Ärztin, und darum bitten, dass bei der Untersuchung eine Arzthelferin dabei ist. Manchmal wird das schon bei der Terminvergabe geklärt, frag also vorher nach.

Bitte darum, dass jeder Schritt erklärt wird, bevor der Arzt dich berührt. Wenn es wehtut oder dir einfach Angst macht, sag „Stopp“: Die Untersuchung lässt sich jederzeit abbrechen.

Wie bereite ich mich vor?

Rasieren oder trimmen musst du nichts: Dafür gibt es keinen medizinischen Grund. Die Vagina innen ausspülen musst du auch nicht, normales Duschen reicht. Praktisch ist ein Rock oder ein langer Pulli: Den kannst du anbehalten.

Nimm die Daten deiner letzten Periode mit, eine Liste deiner Medikamente und deine Fragen. Die Periode am Tag des Termins stört beim Gespräch nicht, und wenn ein Abstrich vom Gebärmutterhals geplant ist, ruf in der Praxis an: Der wird meist verschoben. Wegen Schmerzen oder einer ungewöhnlichen Blutung verschiebst du den Termin aber nicht.

Häufige Fragen

Tut es weh?

Das Gespräch auf keinen Fall. Die Untersuchung kann sich seltsam und etwas unangenehm anfühlen, aber wehtun sollte sie nicht. Sag, dass es deine erste Untersuchung ist, und wenn es wehtut, sag es sofort: Der Arzt kann ein kleineres Spekulum nehmen oder die Position ändern.

Wird der Arzt es den Eltern erzählen?

Vieles, was du erzählst, kann unter euch bleiben, aber die Regeln hängen vom Land und vom Alter ab. Frag danach gleich am Anfang, vor den persönlichen Fragen.

In welchem Alter gehe ich zum ersten Mal?

Die amerikanischen Frauenärzte raten zu einem ersten Besuch mit 13–15 Jahren, einfach zum Kennenlernen. Mit Schmerzen, Juckreiz oder Fragen zur Verhütung kannst du in jedem Alter kommen.

Und wenn der Arzt unfreundlich ist oder drängelt?

Bitte um eine Pause und darum, dir zu erklären, was passiert. Wenn es dadurch nicht besser wird, kannst du den Termin beenden, dir einen anderen Arzt suchen und danach eine Bewertung oder Beschwerde bei der Praxis hinterlassen.

Kurz gesagt

  • Schreib deine Fragen vorher in die Notizen
  • Vereinbare mit dem Arzt das Wort „Stopp“
  • Frag bei der Terminvergabe, ob du eine vertraute Person mitbringen kannst

Quelle: ACOG: Your First Gynecologic Visit

Der Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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