Durchfall während der Periode haben viele: In einer Umfrage nannte ihn mehr als jede Vierte. Dafür gibt es einen verständlichen Grund, und diese Tage lassen sich sanfter überstehen. Nur spricht kaum jemand laut darüber.
Warum muss ich in den ersten Tagen ständig aufs Klo?
Die Gebärmutter zieht sich unter dem Einfluss von Prostaglandinen zusammen, Stoffen aus ihrer inneren Schleimhaut. Man nimmt an, dass sie auch auf den benachbarten Darm wirken: Er zieht sich stärker zusammen und nimmt weniger Flüssigkeit auf. Daher die häufigen Toilettengänge und der weiche Stuhl.
Am meisten Prostaglandine gibt es am ersten Tag der Periode, danach werden es weniger. Deshalb lassen auch die Krämpfe nach den ersten Tagen meist nach. Wie genau die Prostaglandine aus der Gebärmutter zum Darm gelangen, weiß die Forschung noch nicht genau.
Gibt es vor der Periode auch Verstopfung?
Ja, aber seltener: In derselben Umfrage hatte etwa 1 von 7 vor der Periode Verstopfung und fast jede Vierte Durchfall. Eine mögliche Erklärung: Progesteron, das Hormon der zweiten Zyklushälfte, kann den Darm verlangsamen.
Was hilft an diesen Tagen?
Bei Durchfall trink mehr, in kleinen Schlucken, wenn dir übel ist, und iss, wenn du Hunger hast. Fettes und Scharfes verschiebst du an diesen Tagen besser. Kaffee bringt den Darm in Schwung, die zweite Tasse kannst du also auslassen.
Bei Verstopfung helfen Wasser, ein Spaziergang und Ballaststoffe, die du nach und nach dazunimmst: Haferflocken, Leinsamen, Äpfel. Stell auf der Toilette die Füße auf einen niedrigen Hocker, sodass die Knie höher sind als die Hüften.
Eine Wärmflasche im Handtuch lindert die Krämpfe. Ibuprofen bremst die Bildung von Prostaglandinen, und Ärzte der Cleveland Clinic schreiben, dass es auch den Darm beruhigen kann.
Am besten nimmst du es bei den ersten Anzeichen der Periode. Ohne Arzt ist Ibuprofen tabu bei Asthma, Geschwüren, Magen- oder Lebererkrankungen, Aspirinallergie oder Gerinnungsstörungen.
Häufige Fragen
Kommt die Übelkeit in den ersten Tagen auch daher?
Kann sein: In derselben Umfrage war etwa jeder Siebten während der Periode übel. Die amerikanischen Frauenärzte (ACOG) schreiben, dass bei manchen Frauen starke Periodenschmerzen zusammen mit Übelkeit und Durchfall auftreten.
Warum gibt es vor der Periode mehr Blähungen?
Zu den Blähungen tragen Verstopfung, Essen wie Kohl und Bohnen und die Luft bei, die du beim Essen und mit Sprudel schluckst. Iss langsam, mit geschlossenem Mund, und trink an diesen Tagen weniger Kohlensäure.
Geht das nur mir so?
Nein. In derselben Umfrage bemerkten fast drei von vier Frauen rund um die Periode etwas am Bauch: Schmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit.
Gibt es etwas aus der Apotheke?
Bei Durchfall frag nach einem Pulver zum Trinken, das den Flüssigkeitsverlust ausgleicht, und ab 12 Jahren nach Loperamid, das den Durchfall für ein paar Stunden stoppt. Bei Verstopfung gibt es Abführmittel. Wenn du seltener pinkelst als sonst und der Urin dunkel ist und streng riecht, ist das ein Zeichen für Flüssigkeitsmangel: Trink mehr und frag in der Apotheke nach.
Kurz gesagt
- Trink in den ersten Tagen mehr und weniger Kaffee
- Bei Verstopfung: Füße auf den Hocker und Haferflocken dazu
- Leg die Wärmflasche im Handtuch auf den Bauch
Quelle: ACOG: Dysmenorrhea: Painful Periods
Der Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.
